Untersuchung zu Festigkeitsanforderungen an Klappgeländer auf Silo-LKW

Projekt-Nr. IFA 5189

Status:

geplant

Zielsetzung:

Silo-LKW verfügen innerhalb des bestimmungsgemäßen Einsatzes über einen Arbeitsbereich auf der Oberseite des Anhängers (Luken o. ä.). Um in diesem Bereich ein sicheres Arbeitsumfeld zu gewährleisten, sind seitlich an den Laufstegen klappbare Geländersysteme angebracht. Diese bestehen aus vertikalen Stützen sowie aus Handlauf und Knieleiste, die zusammen eine Absturzsicherung bilden und das Herabstürzen von Personen verhindern sollen. Da die Klappgeländer im hochgeklappten Zustand die maximal für den Straßenverkehr zulässige Fahrzeughöhe von vier Metern (§ 32 StVZO) überschreiten, wird das Geländer nach der Benutzung mechanisch oder pneumatisch nach Verwendung eingeklappt.

Das Unfallgeschehen an Silo-LKW zeigt, dass insbesondere die Knieleiste häufig keine vollständige Absturzsicherung gewährleistet. In vielen Fällen ist diese als Seil ausgeführt, wobei sich vor allem die Seilendverbindungen als sicherheitstechnisch kritisch erwiesen haben. Die sicherheitstechnischen Anforderungen derartiger Geländer sind in der DGUV Vorschrift 70 vom 01.10.1990 in der Fassung vom Januar 1997 mit Durchführungsanweisungen in der aktualisierten Fassung von 2007 enthalten. In Anhang 2 Kapitel 2.3 "Absturzsicherung" ist festgehalten, dass ein solches Geländer als ausreichend absturzsicher gilt, sofern es die im Betrieb zu erwartenden Belastungen aufnehmen bzw. diesen standhalten kann. Darüber hinaus wird spezifiziert, dass ein Geländer einer horizontalen Belastung von 300 Newton an der Oberkante standhalten muss. Für diesen Grenzwert kann jedoch kein Bezugsdokument oder eine empirische Herleitung aus bisherigen Unfall- oder Praxiserfahrungen aufgeführt werden.

Vor diesem Hintergrund wird eine Untersuchung der Klappgeländer von Silo-LKW durchgeführt. Ziel ist es, deren tatsächliche Belastbarkeit und Schutzwirkung unter praxisnahen Bedingungen zu untersuchen.

Aktivitäten/Methoden:

Es wird mittels Fall- und Zugversuche die Festigkeit im Hinblick auf die Rückhaltefähigkeit an realen Klappgeländeraufbauten untersucht. Dabei werden am Geländer unterschiedliche Lastfälle betrachtet:

Diese Lastfälle sind das "normale" Abstützen (festhalten) am Handlauf, ein "fallartiges" Abstützen (aus stehender Arbeitsposition) am Handlauf, ein unkontrolliertes "Hineinfallen" in den Handlauf sowie ein "Hineinfallen" in das Knieseil aus tiefer Körperposition bei Tätigkeiten auf dem Aufbau. Der Fokus der Untersuchung soll auf den folgenden Fragestellungen liegen:

Welche Kräfte können derzeitig auf dem Markt befindliche Klappgeländer aufnehmen? Ist die Anforderung an die Rückhaltefähigkeit von 300 N überhaupt ausreichend und welche Stützabstände zwischen den Geländerholmen sind hierfür notwendig? Sind Knieleisten in Seilausführung und deren Seilendverbindungen geeignet, um die Rückhaltefähigkeit abstürzender Personen zu gewährleisten?

Stand:

27.05.2026

Projekt

Branche(n):

Verkehr

Gefährdungsart(en):

Mechanische Gefährdungen, Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren, ungünstige Arbeitsumgebung

Schlagworte:

Transport und Verkehr, Mechanische Gefährdung, Technische Schutzmaßnahmen (Expositionsminderung/Sicherheitseinrichtungen)

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Absturzsicherung, Silo-LKW, Klappgeländer

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